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Radwanderung Herbst 2008

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Ende September war das Wetter in den Vorjahren durchweg gut, ich erinnere mich an Sonnenschein und Temperaturen um die 20 Grad. So hatte ich die Hoffnung, dass Petrus auch in diesem Jahr für eine beständige Wetterlage sorgen würde und plante zum "Saisonabschluss" eine sechstägige Radwanderreise, die mich vom Wohnort Langenfeld aus, erst ins Sauerland und dann durch Ostwestfalen an die Nordsee und wieder zurück nach Hause führen sollte. Aus terminlichen Gründen musste ich die Route um etwa 300km kürzen, worüber ich ihm Nachhinein aber auch ganz froh war.


Etappe 1: Langenfeld -> Winterberg (170 km / 2000 hm) (GPS)

Am 21.09.2008, einem schattigen Sonntag, machte ich mich, bewaffnet mit Rucksack und Rennrad, gegen 9:00 Uhr auf den Weg in Richtung Sauerland. Die erste Etappe sollte ihr Ende in Winterberg finden, wo ich zwei Tage zuvor über das Online-Portal des Deutschen-Jugengherbergs-Verbundes, eine Übernachtung incl. Frühstück gebucht hatte. Da ich mir einige Tage zuvor ein Navigationsgerät gekauft hatte, auf welchem die einzelnen Etappen bereits gespeichert waren, verzichtete ich erstmalig auf die Mitnahme von Radwanderkarten. Schnell, nach ca. 30 Kilometern, stellte sich allerdings heraus, dass ich bei der Routenplanung einen Fehler gemacht hatte, sodass mir die Strecke ab diesem Punkt nur noch als Luftlinie angezeigt wurde. Halb so wild, dachte ich, denn letztendlich ist die Karte ja auf dem Navi abgespeichert. Nach einigen weiteren Kilometern hatte ich dann auch raus, wie die weniger stark befahrenen Strassen auf dem Gerät dargestellt wurden, sodass ich bereits am ersten Tag über attraktive Nebenstrecken fuhr. So radelte ich erst durch heimische Gefilde, das Bergische Land, in den Hochsauerlandkreis. Markante Wegpunkte waren hier Wermelskirchen, Kirspe, vorbei an der allseitsbeliebten Nordhelle, entlang der Biggetalsperre bei Olpe in Richtung Schmallenberg. Die bekannten Rampen im Bergischen deutlich spürbar in den Beinen, ging es ab Schmallenberg kontinuierlich mit moderaten 4 - 6% Steigung bergauf zum Kahlen Asten. Die "Bergspitze" wollte ich mir, auch wenn Sie nicht auf direktem Weg lag, nicht entgehen lassen.

Angekommen in der Jugendherberge, verschloss ich erstmal das Bike und ging duschen, bevor ich mir eine Auszeit in Form eines Nickerchens von ca. 60 Minuten gönnte. Um ca. 18:00 Uhr machte sich dann ein leichtes Hungergefühl breit, sodass es mich in die örtliche Dorfgastätte verschlug, wo ich mir, begleitet von gröhlenden Fussballfans, ein leckeres Zwiebelschnitzel mit Pommes und Salat gönnte. Zurück im spatanisch ausgestatteten Zimmer, las ich noch ein bisschen, beschäftigte mich mit den Aufzeichnungen des Navis und freute mich auf den nächsten Tag.

Etappe 2: Winterberg -> Bielefeld (110km / 700hm) (GPS)

Bielefeld ist immer mal wieder Ziel bzw. Zwischenziel meiner Radtouren, hier lebt nicht nur ein Großteil meiner Verwandtschaft, sondern momentan auch mein Kumpel Christian, bei dem ich gerne, besonders nach einem Tag im Sattel einkehre.
So machte ich mich, pünktlich um 9:00 Uhr auf den Weg. Die Etappe sollte, im Gegensatz zum Vortag deutlich flacher werden, da es ab Brilon eigentlich nur noch flach ist. Von Winterberg aus ging es dann für 30km auch erstmal überwiegend mit 1-2% mäßig bergab, was den Schnitt hoch hielt. Leider setze nach einer Stunde leichter Regen ein, der mich auch für den Rest des Tages begleiten sollte.
Angekommen an den letzten Ausläufern des Sauerlandes, ging es immer mal wieder bergauf und zeitweise befand ich mich in dichten Nebelfeldern und die Sichtweite fiel auf unter 100m. Zum Glück befand ich mich zu diesem Zeitpunkt schon auf nahezu unbefahrenen Strassen und so machte es auch nichts, dass ich nur meine Minifunzeln am Rad hatte. Abgesehen vom Wetter war dieser Abschnitt einer der schönsten der Tour. Ab Rheda-Wiedenbrück traute ich mich dann erstmalig, mit Hilfe des Navis, über kleinere Strassen und Feldwege, da ich um jeden Preis die Bundesstrasse 61 meiden wollte. Das klappte dann bis zum Ortsausgang von Gütersloh, also der Stadtgrenze zu Bielefeld ganz gut. Nun waren es nur noch gute 10km entlang der B61. Abends sind wir dann amerikanisch Essen gegangen und ich probierte Spaghetti mit BBQ-Soße und Putenstreifen, was ich in der darauf folgenden Woche, wieder zuhause angekommen, nachkochen musste!
Da die Wettervorhersage für den kommenden Tag Dauerregen versprach, entschloss ich mich kurzfristig noch einen Tag länger in Bielefeld zu bleiben, den ich dann zum Besuch meiner Cousine nutzte sowie die nächste Unterkunft schon einmal buchte!


Etappe 3: Bielefeld - Lünen (105km / 300hm) (GPS)

Bei der Ausfahrt aus Bielefeld setzte ich neben dem Navi, dieses Mal auch auf Radwegweiser, da Bielefeld Schnittpunkt mehrerer Radwanderrouten ist. Der Plan ging auf und ich fuhr fast parallel zur ätzenden B61 in westlicher Richtung aus der Stadt. Dank Navi gelang es mir auch an diesem Tag wieder, frühzeitig die wenig befahrenen Landstrassen zu erwischen. Das klappte ganz gut und lediglich zwischen Beckum und Hamm befand ich mich für ca. 20 Kilometer auf einer Bundesstrasse, die aber auf dem Stück erstens leicht abschüssig und zweitens zum Großteil mit einem Standstreifen versehen ist. Danach folgten bis Lünen wieder verkehrsarme Landstrassen. Dank Rückenwind und dem flachen Streckenprofil kam ich 1,5 Stunden früher als geplant am Ziel, der JHB am Cappener See an.
Nach dem unkomplizierten Einchecken, einer warmen Dusche und dem Überstreifen frischer Kleidung, gönnte ich mir erstmal wieder eine kurze Pause und begab mich anschliessend auf den ca. 30 minütigen Spaziergang in die Innenstadt, wo ich bei einem Asia Schnellimbis neben Chinasüppchen und Bami-Goreng auch mein erstes vietnamesisches Bier zu mir nahm. Zurück in der JHB folge dann das abendliche Radwanderritual: Route anschauen, Navi laden, lesen, schlafen und auf den nächsten Tag freuen.




Etappe 4: Lünen -> Langenfeld (125km / 1000hm)
Nach den beiden vorangegangenen Flachetappen sollte es am letzten Tag noch einmal etwas kerniger zur Sache gehen. Leider lagen auch die Großstädte Dortmund, Witten und Wuppertal auf meiner Route, die ich bereits bei einer der letzten Touren nicht gerade als radfahrerfreundlich in Erinnerung hatte. Während mich die ersten 10 Kilometer erstmal über Wirtschaftswege in Richtung Dortmund führten, hatte ich noch die Hoffnung die böse Großstadt geschickt umfahren zu können, was mir allergings im Nachhinein nicht in Gänze gelungen ist. So schlängelte ich mich zwischen den vielen Autos durch die Stadt bis Witten. Ab da ging es dann wieder und ich konnte die Idylle von leeren Landstrassen genießen. Ab hier streckten dann auch die ersten Ausläufer des Bergischen Landes wieder ihre Fühler aus. Was mir in Dortmund und Witten nicht so richtig gelingen wollte, klappte dann dafür ab Wuppertal -  herum um die Stadt! Inzwischen kannte ich mich örtlich auch wieder aus und fuhr durch den südlichen Kreis Mettmann in Richtung Hilden. Da sie Sonne inzwischen rausgekommen war und die Uhr erst 12 schlug, entschloss ich mich in Hilden noch eine kleine Schleife entland des Rheins zu fahren.



 

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