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Home erlebnisberichte saison 2009 Alpentour 2009 (Italien & Schweiz)

Alpentour 2009 (Italien & Schweiz)

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Nachdem eine Alpenüberquerung aus organisatorischen Gründen in diesem Jahr nicht in Frage kam, reisten wir zu fünft zu Sternfahrten in die Alpen.
Die ersten vier Tage verbrachten wir in den Dolomiten, die letzten Drei in der Schweiz. Von dort aus starteten wir täglich unsere zuvor ausgearbeiteten und auf dem GPS-Geräte hinterlegten Rennradtouren.

Tag 1 – Anreise und Erkundungstour nach Corvara

Mit großer Vorfreude, starteten wir morgens um 3:00 Uhr in der Früh`, um dem Hauptreiseverkehr entgehen zu können, so unsere Hoffnung. Dass der Plan aufgegangen war, merkten wir spätestens, als wir um 13:30 Uhr in den Dolomiten, La Valle / Wengen um genau zu sein, aus dem Auto stiegen.

Die Sonne brannte und die Temperatur lag um die 30 °C rum. Nachdem wir die Zimmer im Hotel bezogen hatten, entschlossen wir uns zu einer kurzen Testfahrt auf den frisch montierten Rädern und erkundeten die nähere Umgebung.

Panorama - Wengen / La Valle




Tag 2 – Passo Valparola, Passo Giau, Falzarego

Der erste Fahrtag sollte auch gleich einer der Schwersten werden. Beim Start am Hotel war es zwar bewölkt, dennoch trocken. Nach der knapp 2 km langen Abfahrt vom Hotel zur Strasse ins Tal, folgten wir dieser in Richtung Corvara. Die folgenden Kilometer wiesen eine leichte, aber permanente Steigung zwischen 2 und 4% auf.
Im Örtchen La Villa bogen wir dann nach links auf die SP37 in Richtung Passo di Valparola ab. Hier offenbart sich ein fantastischer Ausblick auf eine gigantische Feldwand. Die Auffahrt zum Berg gestaltete sich mit Steigungsraten von 6 – 8 % auf ca. 14 Kilometern moderat.
Oben angekommen machten wir ein paar Fotos, bevor wir hinunter ins Tal schossen um als nächstes den Passo Giau in Angriff zu nehmen.
Hier wurden wir zum ersten Mal auf der Tour mit einigen längeren zweistelligen Prozentwerten konfrontiert. Oben war die Hölle los, jede Menge Rennrad- wie Mopedfahrer, die die imposante Aussicht genossen, Fotos schossen oder die, wie wir, im Gasthaus eine Kleinigkeit zu sich nahmen. Nach dem Getränkeimbiss setzten wir unsere Fahrt fort und fuhren ins nächste Tal, um als letzten Pass des Tages den Falzarego in Angriff zu nehmen. Nun lagen noch einmal 1100 hm auf guten 20 km vor uns, die es zu überwinden galt.
Der Pass zog sich, da die Steigung meist zwischen 5 und 7% lag. Oben angekommen begann es zu regnen. Da noch nicht alle die Passhöhe erreicht hatten, suchten Björn und ich im Gasthof Unterschlupf. Auf der Abfahrt, die nach Ankunft von Simon, Achim und Marc, dann gemeinsam stattfand, war es weiterhin nass und mir war so kalt, dass das ganze Rad, bedingt durch mein Zittern, sehr unruhig wurde. Zum Glück wurde es im Tal rasch wärmer und auch der Regen lies nach. 3000 hm hatten wir nun auf den Boardcomputern verzeichnet, da tat die letzte Steigung zum Hotel „Alpenrose“ (200m) richtig weh.



Tag 3 – Furkelsattel statt Sellarunde

Eigentlich wollten wir die bekannte Sellerrunde drehen, doch auf der Anfahrt zum ersten Berg sahen wir die dichten, schwarzen Wolken über der Region hängen. Wir beschlossen die Tour auf den Folgetag zu verlegen, machten kehrt und fuhren den nordöstlich gelegenen Furkelpass. Der Furkel beginnt anfangs mit zarten 5 - 6%, bevor er sich langsam steigert und gegen Ende mit zweistelligen Prozentwerten glänzt.
Die Abfahrt ins Tal belohnte uns mit fantastischen Ausblicken. Unsere Rundtour führte uns nun parallel zur Bundesstrasse über einen Wirtschaftsweg. Gerade genossen wir die einsame Idylle, als es heftig zu regnen begann. Gerade noch rechtzeitig, vor der kompletten Durchnässung, retteten wir uns unter das Vordach eines Bauernhofes.
Nach kurzer Rast klarte der Himmel langsam wieder auf und  wir setzten unsere Reise fort. Nun rollten unsere Räder auf einer Umgehungsstrasse parallel zum Tal, was uns neben viel Einsamkeit auch einige Höhenmeter bescherte. Noch nicht wieder ganz am Ende der Runde angekommen, ereilte uns die nächste Regenfront. Zwar versuchten wir ihr anfangs durch Unterstellen zu trotzen, doch nach einer guten Viertelstunde beschlossen wir dann doch weiter zu reisen. Leider ereignete sich auf der nassen Rückfahrt zum Hotel noch eine Reifenpanne, die zwar die Reisezeit verlängerte, aber unsere gute Laune nicht minderte. Sauna, Abendessen, schlafen.

Panorama -passo Giau



Tag 4 – Sellarunde - Passo Campolongo, Pordoi, Sella, Grödnerjoch

Einen Tag später als geplant, aber bei deutlich besserem Wetter starteten wir zur Sellarunde, die für uns, wie an den Tagen zuvor, mit der Fahrt nach Corvara begann. Nun schlängelten wir uns zunächst die mit durchschnittlich 5 - 6% erträgliche Steigung hinauf zum Campolongopass, der auf gerade einmal 1875 m ü. NN liegt. Nach dem üblichen Geplänkel rund um das Passschild, schossen wir auf der gut asphaltierten Strasse hinunter ins Tal nach Arraba.
Die nun folgende Kletterpartie hinauf zum Pordoi sollte eine der schönsten werden. Ein Pass wie er im Radlerbilderbuch steht. Stetige Steigung, zwischen 6 und 8% und 33 Kehren. Oben, auf 2239 m ü. NN war es bewölkt und sehr frisch. Nichtsdestotrotz genossen wir für ein paar Minuten die tolle Aussicht. Nach einigen gelassenen Höhenmetern auf der Abfahrt, legten wir noch eine Pinkelpause Gedenkminute an einem Schrein für Fausto Coppi ein und entledigten uns unserer Windwesten.
Nun stand der Passo Sella auf der Agenda, der mit 2240 m der höchste Punkt der Tagestour wurde. Links und rechts Felsen, Berge, Grün. Alpenpanorama soweit das Auge reicht. Nach kurzer Stärkung ging es wieder einige Meter hinab, bevor wir den letzten Anstieg des Tages, das Grödnerjoch in Angriff nahmen. Danach ging es wieder zurück nach Corvara, wo wir die Sellaronda mit einem Cappuccino beendeten.

Panorama - passo Pordoi

Panorama - passo Sella


Tag 5 – Würzjoch / Transfer

Der Abreise- bzw. eher Umreisetag war gekommen, denn wir sollten unser Quartier in den Dolomiten (Badia) verlassen und nach Zernez in die Schweiz reisen. Doch bevor wir mit gepackten Autos dorthin aufbrachen, fuhren wir noch mit unseren Rennrädern das Würzjoch hinauf, eine der schönsten Touren des Urlaubs, wie meine Mitreisenden sicher bestätigen werden.
Nach ca. 8 Kilometern Talfahrt, starteten wir auch schon in den Pass. Die Aussicht war einmalig grandios, die Steigung zeitweise sehr hart. Nach einer längeren 12%igen Steigung freute ich mich riesig, als es flacher wurde (9%). Um meiner Freude Ausdruck zu verleihen, nahm ich auch gleich hinten zwei Zähne raus, um Reserven für die nächste Rampe zu schaffen. Oben angekommen, sah ich zunächst vor lauter Autos das Passschild nicht. Hier steppte bei grellem Himmel wieder der Bär. Wir gönnten uns noch ein paar Minuten Pause, bevor es wieder zurück ins Tal ging.
Nach einer halben Stunde Gepäckpacken, kleinem Snack und erfrischender Dusche ging es in Richtung Schweiz.



Tag 6 – Flüelapass und Albula

Nachdem wir die ersten Kilometer auf einem schotterigem Radweg parallel zur Bundesstrasse zurückgelegt hatten, entschlossen wir uns dann doch auf Asphalt weiterzufahren und wechselten das Ufer über eine altertümliche Holzbrücke. Ehe wir uns versahen waren wir auch schon mitten im Pass.
Der Flüelapass glänzt, neben seinem anfänglich brutalen Steigungsniveau durch eine phänomenale Aussicht auf das links gelegene Tal. Der Ausblick ist eine willkommene Abwechslung auf den langen geraden und flacheren Abschnitten dieses Passes. Auf knapp über 2000 m ü. NN schien es, als wären wir oben, ebenso bei 2150 m ü. NN, doch der Spaß war noch lange nicht vorbei.
Nun lag erstmal eine lange, schnelle Abfahrt nach Davos, dem höchstgelegenen Luftkurort Europas, vor uns, die nach 30 km mit einem 2,5 km langen Tunnel endete, bevor wir in den nächsten Anstieg kurbelten. Nach guten zwei Kilometern war die fiese Rampe überwunden und wir befanden uns im Ort Wiesen, wo wir an einem Brunnen die Flaschen füllten und kurz Rast machten.
Erfrischt und vollgetankt ging es dann weiter hinab ins Albulatal. Am Fuße des über 20 km langen Passes ging es dann zunächst mit 3 - 5% leicht hinauf und Simon zog vorne kräftig an. Nach zwei Kilometern fuhr dann jeder wieder für sich. Es war richtig warm und während ich mich, die mit 8 - 10% zu beziffernden steilen Passagen hochschraubte und die gute Aussicht genoss, hoffte ich insgeheim, dass ein wenig Wind aufkommen würde. Nach gut 90 Minuten war es geschafft, ich war oben und mein 1,7 Liter Wasservorrat aufgebraucht. Nach einer längeren Eis- und Getränkepause fuhren wir wieder runter ins Tal in Richtung Zernez. Auf der Abfahrt stellten wir noch die Geschwindigkeitsrekorde des diesjährigen Alpentrips auf.



Tag 7 – Stilfserjoch


Zwar hätte man Stelvio auch von Zernez mit dem Rad anfahren können, wie unsere Leidensgenossen, die RSG’ler bewiesen haben, doch die Strapazen der vorangegangenen Tage sowie der abendliche, gemeinschaftliche Genuss des ein oder anderen alkoholischen Kaltgetränkes, nahmen ein wenig die Motivation für eine solche Hammertour am letzten Tag. So reisten wir mit dem Auto an, die Räder im Kofferraum, um uns den tristen Ofenpass, den wir vom Transalp des Vorjahres ja schon kannten, zu ersparen.
Nachdem die Räder startklar waren, und sich auch die letzten mit Proviant eingedeckt hatten, ging es im zügigen Tempo hinab nach Prad, das auf 900 m ü. NN am Fuße des Stilfserjoch liegt. Ich war froh, die insgesamt 1840 m Höhendifferenz einmal am Stück zurücklegen zu können, da wir im Vorjahr ein ganzes Stück höher in Trafoi gestartet waren. Am Ortsausgang noch schnell die Zeit genommen, und schon ging es in den 26 km langen Pass hinein.
Bevor wir nach ca. sieben Kilometern, hinter dem Ort Trafoi, endlich in den bewaldeten Abschnitt des Passes fuhren, wurden wir auf dem ersten Abschnitt bei über 30°C und fast ohne Schatten förmlich geschmort. Zwar wurde es langsam kühler, dafür zog die Steigung aber immer mal wieder kräftig auf 8-10% an.
Ab der Franzenhöhe hat man freien Blick auf die verbleibenden Kehren und wird förmlich hinauf gezogen. Ich war überrascht, wie viele Radler hier schon ihr Rad geschoben haben. Ab dem fünften Kilometer vor der Passhöhe erfährt man, dank Strassenmarkierung, in regelmäßigen Abständen, wie weit es noch nach oben ist. Vorsichtshalber rechnete ich noch mal nach, ob das Ziel, nämlich in unter zwei Stunden den Pass zu fahren, in Gefahr war.
Nach 1:54 h war ich oben. Wenige Minuten danach kam Björn an, und ein paar Atemzüge später, Yannik von den RSG’lern, die ein Wahnsinnstempo hingelegt haben müssen.
Nachdem sich die Gruppen (Radiq und RSG) zusammengefunden hatten, wurde noch ein Gruppenfoto geschossen.

Dann ging es vorbei am der ehemalige Grenzstation, über den teilweise schotterigen Umbrailpass hinunter nach St. Maria. Gerade noch bei der Abfahrt gefroren, schmolzen unten fast die Helme vor Hitze. Nach einer Pause pedalierten wir dann zurück zu den Autos, packten ein und genossen unseren letzten Urlaubsabend auf der Dachterrasse unseres Hotels.



 

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