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Home erlebnisberichte saison 2011 Rund ums Ruhrgebiet 2011

Rund ums Ruhrgebiet 2011

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Bei herbstlichem Wetter, startete ich ausserplanmäßig alleine auf den Rundkurs-Ruhrgebiet. Eine Radwanderroute, die hauptsächlich entlang der Lippe und der Ruhr verläuft und ihren Schwerpunkt auf die Industriekultur in der Region legt. An- und Abfahrt erfolgten über die Kaiserroute. Ein Ausflug zum Möhnesee, an Tag 3, sorgte für ein paar zusätzliche Höhenmeter auf der ansonsten eher flachen Runde. 



Tag 1: Solingen -> Voerde (110km)

Nach knappen 30 schönen Kilometern, über zeitweise durchlöcherten Asphalt entlang der Kaiserroute, zischten die 8 Bar aus dem Hinterreifen. Ich schaffte es gerade noch bis zur Kuppe des Hügels.  Treffer an der rechten Flanke. Da es sich nur um ein kleines Löchlein handelte, entschied ich mich vom selbstklebenden Flicken Gebrauch zu machen und die Ersatzschläuche vorerst zurückzuhalten. Innen- und Aussenseite des Mantels mit Isoband verstärkt, Luft rein und weiter. Inzwischen war ich hinter Langenberg und einige fiese Rampen, jenseits der 10%, verleiteten mich dazu den Flugrost vom 30er Kettenblatt, durch Gebrauch dessen, zu vertreiben. Kurz vor dem Baldeneysee, auf einer Abfahrt, verspürte ich zunächst einen Schlag, dann das Geräusch ausweichender Luft. Wieder ein Seitenhieb, nun aber vorne.Flicken drauf und mit frischen 7 Bar aus dem Oberarm wechselte ich nun auf den Ruhrradweg. Nachdem ich mich, die ersten Kilometer noch asphaltiert, durch Essen gekämpft hatte, wechselte kurze Zeit später der Untergrund. Von nun an ging es auf Wirtschaftswegen weiter. Auch stellte sich Gegenwind aus Westen und Nieselregen ein. Den nächsten Stopp, unter der Ruhrtalbrücke, nutzte ich, um die Klarsichtgläser ins Brillengestell zu spannen.Kurz vor Duisburg verließ ich den ländlichen Bereich.Ich war im Pott. Häfen, Fabriken, Industriekultur. Ab da ging es den Rhein entlang. Meistens oben auf dem Deich. Noch immer kräftiger Wind und Nieselregen. Hauptsache die Reifen halten, dachte ich. Die letzten 15 km kam der Wind dann mal von hinten und ich ballerte mit über 35km über den sandigen Deich. Nach guten 5,5 Stunden erreichte ich Voerde. Eine anstrengende erste Etappe. Duschen, umziehen, einkaufen und noch ein paar Caches heben. Abendessen auf dem Zimmer und ein Bier in Anjas Kuhstall.


Tag 2: Voerde -> Werne (120km)

Nachdem ich Voerde über die Bundesstrasse hinaus verlassen hatte, wurde ich die ersten 30 Kilometer, bis Schermbeck, durch den Wald geführt. Zwar war ich nicht ganz so zügig unterwegs, dafür genoss ich die herbstliche Idylle, während ich hin und wieder von fallenden Eicheln getroffen wurde.
Immernoch der Route de Industriekultur (Rundkurs-Ruhrgebiet) folgend, nun allerdings am Kanal entlang, näherte ich mich Haltern am See, wo ich eine längere Pause einlegte.
Vollgetankt ging es weiter am Kanal entlang, bis ich bei Lünen, zwecks Besichtigung des Cappenberger Schlosses, zurück auf die Strasse geführt wurde. Kurz danach war es geschafft, ich war am legendären Hotel 12 Bäume, das seinen Namen nach einer gegenüberliegenden Richtstätte erhalten hat.
Nach einer kurzen Rast, startete ich, Geocaching begleitend, zum Stadtrundgang.


Tag 3: Werne -> Herdecke (130km)
Zeit den Track zu verlassen, denn die 80 Kilometer entlang des Rundkurses wären mit dem Rennrad zu schnell zurück gelegt gewesen. Im Vorfeld plante ich also einen Umweg über den Möhnesee ein.
Die ersten 30km folge ich dem Track, ab Hamm ging es dann Überland bis zum o.g. See. Talwärts folgte ich entlang der Landstrasse der Möhne, bevor ich an der Mündung in die Ruhr, dem gleichnamigen Radweg folgte. Der Ruhrtalradweg ist hauptsächlich asphaltiert und ließ sich, vergleichsweise zu den vorherigen Abschnitten, gut mit dem Rennrad fahren.

Heute zeigte sich der Herbst von seiner windigen Seite. Zeitweise fiel meine Geschwindigkeit auf gerader Strecke auf unter 20km.
Während ich die erste Tourhälfte bis zum Möhnesee fast trocken blieb, kam es für die letzten zwei Stunden richtig dicke. Während diesen Minuten schöpfte ich das Wort "Gegenregen".
Heute war ein besonderer Abend, denn Daniel, der aufgrund einer Knieverletzung kurzfristig absagen musste, kam zum Cachen / Essen vorbei.


Tag 4: Herdecke -> Solingen (95km)

Das Thermometer war auf unter 10 Grad gefallen. Nun kamen auch die bis dato im Rucksack verbliebenen Beinlinge zum Einsatz. Bei wechselhafter Witterung und 8-9 Grad windete ich mich entlang der Ruhr (Ruhrtalradweg) bis zum Baldeneysee nach Essen. Die Runde war geschafft, nun hieß es nur noch über die Kaiserroute nach Hause zu kommen.
Die Strecke versprach Abwechslung und am langen Berg in Langenberg zeigte sich sogar kurz die Sonne. Ohne weitere Verzögerung pedalierte ich zurück nach Solingen, wo ich um ca. 13:30 Uhr, noch kurz vor einem kräftigen Hagelschauer, eintraf.


Fazit:

Gefühlt war das die anstrengenste Radwandertour bisher. 4 Tage Radwanderwege strengen an: Richtungswechsel, Wegsuchen, Engpässe, das Überqueren von Strasssen etc. bedingen ständiges Bremsen und Anfahren, das zieht sich und kostet Kraft. Spekulativ betrachtet, könnte es daran gelegen haben, dass ich allein unterwegs war, oder vielleicht auch einfach "nichts Gutes" mehr gewohnt bin. Sicherlich hat auch das Wetter eine Rolle gespielt. Aber es hat sich gelohnt. Der Rundkurs-Ruhrgebiet ist empfehlenswert, selten bekommt man so hautnah die Mischung zwischen Natur und Industrie zu spüren. Ein bisschen ermüdend waren die langen Abschnitte entlang der Kanäle. Um die überwiegend "holperige" Route mit dem Rennrad zu fahren, sollte man schon einen gewissen Hang zum Masochismus mitbringen, ansonsten am besten mit dem Tourenrad starten. Gut überlegen sollte man sich auch, zu welcher Zeit man dort fährt. Viele Abschnitte düften bei gutem Wetter überlaufen sein.


 

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